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Lebenslauf mal anders (Schule und andere Katastrophen)!

28. August 2016

Ich arbeite seit vielen Jahren an meiner Haltung zu mir. Das war und ist nicht immer leicht. Doch eines kann ich euch sagen, die Schule hat mich auf diesem Weg nicht gebrochen, auch wenn es fast soweit gewesen wäre. Heute möchte ich euch von einschneidenden Situationen erzählen und was ich mir gewünscht hätte.

Lebenslauf mal anders

Zu mir:

Ich habe mich auf den Weg gemacht! Auf den Weg vom Mainstream zum individuelleren Leben. Ich bin im Aufbruch zum Umdenken unterwegs!

Was heißt das jetzt!?

Ich verstehe es so, dass ich alte Lebensmuster kritisch für mich/ für uns hinterfrage und versuche, passende Wege für unsere Familie zu finden. Die zu uns passen und nicht nur gegangen werden, weil Nachbar xyz diesem Weg geht (Das ist nur eine Floskel! Ich habe so wundervolle und tolle Nachbarn) oder weil der Weg im Buch xyz beschrieben ist oder weil es schon immer so gemacht wurde und auch weiter so gemacht werden soll usw,usw.,usw.

Meine derzeitige Lernaufgabe und Mutprobe besteht darin, hinter diesem Weg zu stehen, ohne mich zu rechtfertigen. Ich möchte meine Haltung leben und stolz darauf sein! Ich wünsche mir mit Menschen in Beziehung zu gehen und ehrlich miteinander zu kommunizieren. Das hätte ich mir auch von vielen Leher_Innen in meinem Leben gewünscht.

Grundschule

Meine Klassenlehrerin war Sportlehrerin. Ich empfand sie als streng und irgendwie unnahbar.  Im besagten Sportunterricht hatte ich Angst vor dem Bockspringen. Ich traute mich trotzdem, aber so richtig toll fand ich es nie. Eine Klassenkammeradin traf es da schlechter. Sie konnte sich nicht überwinden. Die Lehrerin konnte diese Situation nicht einfühlend begleiten und zog das Mädchen über den Bock! Ich glaube mich zu erinnern, dass sie sich etwas getan hatte, aber so genau weiß ich es nicht mehr. Wie soll ein Kind soetwas verarbeiten? Eine Grenze ist da und diese Lehrerin überschreitet sie und geht in eine Gewalthandlung. Sie zog einfach an ihr und alle anderen Kinder mussten zusehen. Es wäre so schön gewesen, wenn diese Lehrerin in Beziehung getreten wäre, mit dem Mädchen einfühlend gesprochen hätte und lösungsorientiert an der Angst gearbeitet hätte.

Gymnasium.  

Ein Lehrer sagte zu meiner Mama, dass ich eben in meiner eigenen Welt lebe (Zu Abi- Zeiten, das müsst ihr euch mal vorstellen!). Das fand ich sowas von beleidigend! Ich habe gute Ideen, gute Konzepte und Visionen, jedoch wollte in der Schule davon keiner etwas hören, naja bis auf zwei Ausnahmen (Musik und Philosophie) – irgendwie hatte ich einen Stempel aufgedrückt bekommen – Schade eigentlich! Im Studium waren die Konzepte von A. und mir fast immer mit „sehr gut“ bewertet (Es gab Zeiten, da legte ich Wert auf  Noten, wirklich verrückt!). Schule ist sowieso ein Thema für sich! Klar gekommen bin ich auf dem Gymnasium nur mit den Lehrern, die ein hohes Maß an Empathie besaßen und auch mal eine andere Meinung akzeptierten. Die Menschen, die Lehrer geworden sind, weil man ganz gut verdient oder einfach so Fachspezis, die in die Forschung gehören, aber nicht ans Kind, oder die, die ihren Frust aus eigener Erziehung und Biografie an Kindern und Jugendlichen ausließen (sicher nicht bewusst), hatte ich schnell durchschaut.

Sind wir doch mal ehrlich!

Welcher Lehrer ist denn in Beziehung zu uns gegangen!? Wurdet ihr gefragt, wie es euch geht!? Kannst du den Test heute nicht schreiben, weil du so Kopfweh hast!? Brauchst du eine Pause oder was weiß ich was!? Ich jedenfalls nicht, oder ich habe es verdrängt.

Nun gut weiter im Text!

Naturwissenschaften lagen mir auch nicht so recht. Physik war in der Oberstufe wirklich schwer. Wir sollten Formel herleiten. Ich habe es einfach nicht verstanden! Ich fragte den Lehrer, ob ich eine mündliche Präsentation erarbeiten  könne und vor der Klasse vortrage?!? Er sagte: „Das geht in Physik nicht!“ Wie engstirnig ist das bitte!? Mal ganz ehrlich! Ich quälte mich zur Nachhilfe und schrieb ein paar Punkte im Test und ließ mich zum letzten Test krank schreiben, um nicht wegen Physik!!! durchs Abitur zu fallen. Wie schön wäre es gewesen, wenn wir lösungsorientiert hätten reden können. Ich wurde abgeschrieben! Das war seine Lösung!

Meine absolute Horrorerfahrung machte ich mit meiner Klassenlehrerin zu Oberstufenzeiten. All meine engen Menschen wissen, vom wem ich rede, denn ich habe diese Story so oft erzählt! Meine Klassenlehrerin hasste mich und ich weiß nicht warum. Ich habe sie nie beleidigt oder war respektlos oder sonst irgendetwas. Ich war einfach nur ich. Wenn ich mich meldete nahm sie mich nie dran. Einmal sagte eine Schülerin aus der Klasse, als ich draußen war, dass ich mein Abitur sowieso nicht schaffen würde, weil ich dumm sei. Wirklich nett oder!? Begleitet wurde der Prozess von der Lehrerin nicht, obwohl sie mit im Raum war und das Geschehen lächelnd und nickend verfolgte. Das hat mich damals wirklich sehr tief getroffen! Ich habe viele Jahre damit verbracht darüber traurig und wütend zu sein! Ich bekam bei ihr grundsätzlich sehr schlechte Noten. Jeder Aufsatz von mir war mit 4 oder 5 Notenpunkten besetzt. In Philosophie bekam ich konstant 14 oder 15 Notenpunkte und der Lehrer sagte mal, er kopiere meine Texte als Anschauungsmittel für spätere Klassen! Das ist doch nun wirklich mal eine verrückte Sache für einen Jugendlichen oder!? Zwei Seiten der Medaille. Du bist für den einen in Deutsch der letzte Arsch und für den anderen in Philosophie ein Überflieger.

Ich war in einer Krise! Diese Frau hat mich emotional fertig gemacht! Sie hatte es nicht geschafft mit mir in Beziehung zu treten und mich kennenzulernen, mit meinen vielen tollen Seiten! Schade eigentlich, denn da hat sie definitiv etwas verpasst.

Mein Abitur habe ich in der Tasche – es bedeutet mir aber rein gar nichts!

Ausbildung Erzieherin

Danach begann ich die Ausbildung zur Erzieherin. Und wieder bekam ich den Typus -Frau Diktatorin-vorgesetzt! Es gefielen ihr meine Ansichten nicht und meine Haltung schon gar nicht. Ich war trotzdem bereit, die Beziehung zu ihr am letzten Tag positiv zu beenden, indem ich mit ihr über mein Ziel, zu studieren, sprach! Sie sagte: „Du, ich halte es nicht für sinnvoll, das du studieren willst! Du solltest arbeiten gehen, das Studium wird zu schwer für dich!“ Pfaff- Schlag ins Gesicht! Ich habe nicht verstanden was dieser Mensch von mir wollte. Ich hatte wirklich gute Noten. Frau Doktor trat nicht mit mir in Beziehung und machte sich nicht die Mühe mich kennenzulernen. Schade eigentlich, denn auch sie hat etwas verpasst – einen offenen jungen Menschen mit Motivation und modernen Sichtweisen.

Ich bewarb mich und hörte somit nicht auf ihre Worte.

Studium Soziale Abeit

In einem der ersten Kurse sagte ein Professor zu mir : “ Du bist einer der wenigen Menschen Leen, die ein Sozialarbeiter im Herzen sind! Bitte lass dir das durch keine Ausbildung oder Studium oder Meinung der Welt kaputt machen!“ Ihr könnt euch vorstellen, dass das nach den ganzen Jahren eine schöne Erfahrung war. Dieser Professor wurde von den anderen Professoren nicht sehr geachtet. Er gab jedem Studenten eine 1 und es gab keine Anwesenheitspflicht. Der Kurs war nie voll, es waren nur die Menschen dort, die von und bei ihm lernen wollten. Ehrlich gesagt war das mein erster Kontakt zum freien Lernen, ohne Druck und Zwang. Er selbst war auch nicht immer da, wir nutzen dann die Zeit zum Reden und Philosophieren. Wir hatten immer etwas zu bereden, die Truppe und ich.

Resümierend verstehe ich jetzt, dass Lernen nur funktioniert, wenn es aus mir heraus kommt und nicht, weil ich es muss oder weil ich es gesagt bekomme. Am kreativsten lerne ich, wenn es aus mir und meiner Motivation heraus geschieht – intrinsisch motiviert sozusagen. Es ist eine so angenehme Grundhaltung!

Elternzeit

In meiner Eltenzeit lerne ich aus vollem Herzen – Ich bilde mich und sehe einen Sinn in den Themen, mit denen ich mich befasse, tauche tiefer und tiefer ein und liebe es. Welchen größeren Sinn gibt es denn, als sich für seine Familie zu bilden, um die Beziehung von innen zu stärken!? Die Basis zu stärken!?Etwas Sinnvolles für die eigene Familie tun! Den Fernseher mal  aus zu lassen und Hüther, Juul oder Renz- Polster lesen! Ich lese Bücher, Artikel, Zeitschriften, Blogs und empfinde pure Freude. Es ist alles so lebendig. Ich brenne für etwas! Wenn sich Menschen ein neues Auto kaufen recherchieren sie Wochen und Monate, wenn ein Kind geboren wird, wird es alles einfach so gemacht, wie es schon immer gemacht wurde – Wir sind doch auch alle groß geworden!? Ich persönlich halte von dieser Aussage nichts! Ich finde es angebracht auch in diesem Bereich zu lesen und zu recherchieren, aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

Ich wünsche mir für unsere Kinder, dass sie von Lehrern begleitet werden, die sie als vollwertige Menschen sehen, die sie ja auch sind, und dass sie in Beziehung gehen, und zusammen Spaß am Lernen haben werden und die Schule zu einem neuen und modernen Lernort heranwächst. Das wünsche ich mir wirklich!

Eure Leen

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6 Comments

  • Reply Madeleine 28. August 2016 at 22:29

    Weißt du Liebes, dieser Artikel hätte, mit einigen Abwandlungen auch von mir sein können. Ich war nicht gerade gesellschaftskonform. Das war in Kindheit und Jugend oft schwer für mich zu verstehen und zu akzeptieren, denn eigentlich war ich ja nur ich selbst. Irgendwann hatte ich mal eine Phase, wo ich mich bewusst angestrengt habe, mich meiner Umgebung anzupassen. Da bin ich weniger mit aufgefallen, aber die Zufriedenheit blieb aus, weil ich nicht mehr zu mir selbst gepasst habe. Mittlerweile liebe ich meinen Charakter, auch wenn er immer noch oft aneckt. Doch nun bin ich gestärkt genug mit diesem Anstoßen an die Gesellschaft klar zu kommen.
    Wie das Leben manchmal spielt kämpft mein großer Sohn genau mit eben diesen Problemen, die auch ich schon früher hatte. Und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich auf die Kritik der Erzieher eingehe und ihn mir mehr gesellschaftskonform wünsche. Nicht nur um meinetwegen, sondern auch wegen ihm selbst. Denn der Weg, den ich gehen musste, war nicht leicht. Er war meist einsam und verwirrend. Als Mutter tendiert man schnell dazu seinem Kind unangenehme Erfahrungen zu ersparen. Und genau da bin ich nun angekommen. Im Zwiespalt zwischen Mutter und Frei Geist…

    • Reply aufbruchzumumdenken 29. August 2016 at 08:33

      Das hast du aber schön gesagt!

      Erfahrungen zu nehmen ist für den Moment vielleicht leichter – auf Dauer aber eher tragisch! Guck dich an – Eine starke Person, weil du nie aufgehört hast dich selbst zu suchen und zu finden! Das ist doch das echte „Mensch“ sein!

  • Reply trashtorte 28. August 2016 at 23:14

    Schön das du dich nicht unterkriegen lassen hast. Und ich kenne das auch, wenn ich motiviert dann sauge ich alles nur so auf, ganz ohne müde zu werden. Lg.

  • Reply Bangemann 21. Februar 2017 at 10:37

    Liebste Leen , Du bist die Beste.Dein Block …..sooo wundervoll.Bitte bitte weiter machen !
    Hier einmal mein Beitrag.Herzlichst Annett
    https://youtu.be/bVmHNZleuc8

    • Reply Leen 22. Februar 2017 at 15:56

      Danke dir! Ich gebe mir Mühe! Ja, Gerald Hüther mag ich auch sehr. Ich schau mir den Beitrag später an. Ganz liebe Grüße zurück. Leen

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