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Das Wochenbett – Über Erwartungen und Bedürfnisse

11. Mai 2017

Meine liebe Motherbirth hat zur Blogparade aufgerufen und fragt, wie unsere Gedanken und Erfahrungen zum Wochenbett sind. Das ist doch genau ein Thema für mich. 

Mein Wochenbett 2015

Lange bevor ich im Wochenbett mit meiner Tochter war, machte ich mir dazu Gedanken. Ich wollte ein altmodisches Wochenbett, wie es ganz früher gehandhabt wurde. Ich wollte sprichwörtlich im Bett bleiben. Mit dieser Ansicht wurde ich hier ziemlich entgeistert angesehen, denn die meisten Mamas, die ich kannte, schoben schon gleich ein paar Tage nach ihrer Geburt die Wagen durch den Ort. Ich wollte das nicht. Ich wollte mein Kind kennenlernen und mich zurück ziehen. Ich informierte meine Familie über meine Entscheidung und stieß nicht nur auf offene Ohren und Arme. Alle hatten irgendwie Angst, dass sie das Kind nicht sehen dürften, dass ich ihnen etwas wegnehmen würde. Ich habe mich trotz allem dafür entschieden nur bestimmte Menschen in dieser Zeit an mich, an uns heran zu lassen. Ich stellte mir vor, wie ich mit Essen versorgt werde und wie alle mich bemuttern, damit ich mein Baby bemuttern kann. 

In der Realität sah alles etwas anders aus…

Unsere Tochter kam früher als erwartet und ich hatte ein Kind, dass anfangs mit Muttermilch und Flasche ernährt wurde. Ich fühlte mich teilweise etwas hilflos. Dieses zarte Baby mit 2500g und diesen dünnen Armen und Beinen brauchte, meiner Meinung nach, eine ganz besonders sanfte Begleitung. Wir entschlossen uns also, unsere Tochter nicht aus der Hand zu geben. Mein Mann und ich machten es allein und waren verdammt gut darin. Unsere traumhafte Hebamme unterstütze uns und begleitete einfach passend. Meine Hebamme ist totale Verfechterin des Wochenbettes. Sie rät ihren Frauen auch immer wieder dazu. Somit wurde ich noch zusätzlich in meiner Haltung unterstützt.

Das Seidenraupenkätzchen war im Tuch oder auf mir oder ihrem Papa oder in ihrer Schiffsschaukel eingekuschelt. Wir hörten Sprüche wie: „Na euer Kind sieht man ja auch nur von hinten…“ und so weiter und so weiter. Das war mir damals nicht egal, aber ich stand doch irgendwie darüber. Wir waren in den ersten Wochen viel zuhause und haben uns wirklich kennengelernt.

Ich finde es rückblickend immer noch völlig normal und richtig, wie ich, wie wir uns entschieden haben. Ich gebe jetzt mein Kind gern zu den Großeltern oder der Tante, aber bei einem Neugeboren kam es für mich nicht in Frage. Viele Verwandten haben das Kind erst Wochen später gesehen. Ich weiß, dass das der Familie nicht recht war, aber ich lebe nicht, um es anderen recht zu machen. Diese Erkenntnis brachte mir die Schwangerschaft. So schwer es war, desto stärker wurde ich. Dazu las ich noch die richtigen Blogs und fühlte mich bestätigt.

Mein Wunschwochenbett 2017

Beim zweiten Kind ist alles anders und entspannter!?

Nicht bei diesem Thema! 

Ich habe noch genau diese Idee des Wochenbettes in mir. Dieses Mal möchte ich mich vielleicht sogar noch mehr zurück ziehen und wirklich auch eher das Bett hüten, meinen Körper richtig zur Ruhe kommen lassen. Jedenfalls so lange, bis mein Mann wieder arbeiten gehen wird. Ich habe mir vorgenommen, meine Familie mehr einzubeziehen. Nichts zu erwarten, denn Erwartungen erzeugen immer Enttäuschungen. Nein, ich werde fragen, ob er oder sie mir eine Mahlzeit vorbeibringen möchte oder ob jemand ein paar Handgriffe im Haushalt erledigen kann. Ja, das ist eines meiner großen Ziele, die Menschen mit einzubeziehen, mich aber gleichzeitig zurück zu ziehen. 

Ich werde euch berichten, ob es geklappt hat. 

Eure Leen

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2 Comments

  • Reply Mother Birth 12. Mai 2017 at 08:54

    Liebe Leen,

    danke für deinen tollen Beitrag zu meiner #Blogparade. Ich wünschte, ich wäre auch so konsequent uns standhaft gewesen wie du… Ein echtes Vorbild <3

    Liebe Grüße
    Mother Birth

    • Reply Leen 12. Mai 2017 at 18:40

      Ach danke du Liebe! Es ist aber auch nicht so einfach immer der „Ausreißer“ zu sein, aber das weißt du ja selbst. So langsam haben sich aber alle an unseren Weg gewöhnt, haha!

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