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Die Binding zu meinen Eltern brach nie ab!

31. Mai 2017

Ich war krank, mal wieder in dieser Schwangerschaft. So als Mama mit Kleinkind zuhause ist das wirklich eine Aufgabe. Da bin ich froh, dass ich meine Eltern und Schwiegereltern habe, die mich unterstützen, wenn ich es brauche, wenn z.B. mein Mann arbeiten ist, ich krank bin oder einfach nur etwas Zeit für mich benötige.

Jedenfalls war ich an einem Freitag total am Limit und der Schnupfen lief, während der Kopf nur noch dröhnte. Mein wundervolles Kind reichte mir Taschentücher für die Nase. Ich lag auf dem Sofa und es ging nichts mehr. Eigentlich wollte meine Mama kommen, um nachmittags mit dem Seidenraupenkätzchen zu spielen. Doch das Auto wurde in der Werkstatt nicht fertig und sie sagte mir telefonisch ab. Nach dem Auflegen ging es mir dann irgendwie noch schlechter. 

Ich kämpfte mich hoch und machte Abendessen, nichts wildes, nein,  Brot mit Margarine und Aufschnitt, schnell und einfach. 

Es klopfte an der Scheibe und meine Mama war da. Sie fuhr sofort nachdem sie ihr Auto bekam zu uns. 

Wir aßen zusammen Abendbrot und dann spielte sie mit meiner Tochter und ich sah ihnen dabei vom Sofa aus zu. Danach badete sie mein Kind und las ihr eine Geschichte vor und ich durfte mich ausruhen. 

Dieses Gefühl, nicht allein zu sein, ist Gold wert. Ihr könnt es mir glauben, es ging mir gleich wieder  besser. Meine Mama war da und kümmerte sich um uns. Da kann ich noch so alt sein, wenn meine Mama zu mir kommt, wenn ich krank bin, geht es mir gleich wieder besser. 

Das Gummiband der Bindung ist zwar sehr sehr weit, aber es ist nie gerissen. 

Sonst kauft sie mir immer frisches Obst oder bringt Tee mit oder was weiß ich was, wenn ich krank bin. Das war auch schon in der Kindheit so. Wir konnten uns dann immer aussuchen, was wir essen wollten, damit wir schnell wieder gesund werden. Dieses Mal war dafür die Zeit zu knapp aber viel wichtiger war, dass sie sich abends um 18:00 Uhr einfach auf den Weg zu mir gemacht hat um mich zu unterstützen, da zu sein für uns. Sie sorgt sich um mich und ich fühle mich nie allein. So ist das auch, wenn ich etwas auf dem Herzen habe. Zu meinen Eltern kann ich immer kommen und es ist egal was vorgefallen ist, es gibt immer eine Lösung. Da sind sie auch komplett gleich, egal ob Mama oder Papa. Es gibt keine bösen Worte oder Verurteilungen, es wird geredet und wir finden Lösungen. 

Ich bin sehr dankbar dafür. Es muss ja in eurem Fall nicht unbedingt eure Mama oder euer Papa sein, aber einen Menschen zu haben, der nach einem sieht und unterstützt, wenn wir z.B. krank sind oder wenn wir etwas auf dem Herzen haben ist so etwas Wundervolles und das wünsche ich jedem von uns. 

Wir können uns auch selbst ermutigen dieser Mensch für andere zu sein. Für unsere Kinder, für unsere Eltern und Großeltern, für unsere Freunde und für die Menschen, die uns wichtig sind. Etwas zum Essen vorbei zu bringen oder eine Stunde die Kinder zu nehmen hilft in einer „Notsituation“ oft schon sehr. 

Meine Mama war 2 Stunden da und es war so erholsam und erleichternd für mich. 

Danke, dass es euch gibt, Mama und Papa! 

Eure Leen 

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2 Comments

  • Reply Lara 1. Juni 2017 at 09:57

    Schön geschrieben, auch wenn meine Eltern weiter weg wohnen ist es ähnlich. Das Band hat sich halt nur etwas weiter gedehnt. 🙂

    • Reply Leen 1. Juni 2017 at 10:24

      Es ist wirklich ein Segen. Ich hoffe meine Kinder empfinden es auch mal so ! Das wäre ein Traum.

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