beziehungsorientierte, bedürfnisorientierte und bindungsorientierte Begleitung Blog

Dogmatismus in der Blogwelt, unter Eltern und Pädagog_Innen

19. Dezember 2016

Wie ihr wisst, lese ich viele Blogs und bin recht viel in der Eltern- und Pädagogenblogwelt und in diversen Gruppen unterwegs. Mir sind da so ein paar Dinge aufgefallen. Es gibt Blogger_Innen, Pädagog_Innen und Eltern, die dogmatisch ihre Meinung aufdrücken möchten.

Dazu möchte ich gern etwas sagen!

Ich halte überhaupt nichts von DER WAHRHEIT! Es gibt keine einzige Wahrheit, kein einziges familiäres Setting, keine einzige pädagogische Haltung. Dogmatismus ist nicht gesund. Letztens erst hörte ich einen Vortrag von Dr. Rüdiger Dahlke, der für seine vegane Denkweise und Gesundheitslehre, auch Peacefood genannt, bekannt ist. Er ist Psychotherapeut und Allgemeinmediziner. Er sagte, dass es doch wohl furchtbar sei, wenn ein Mensch sein Steak isst und neben ihm ein Veganer das Essen so richtig madig macht. So etwas möchte doch wohl echt keiner haben, oder?

Genau so sehe ich das mit den dogmatischen Eltern- und Pädagogenblogs und den Fachkräften.

Niemand möchte hören, dass ich selbst falsch bin, so wie ich bin.

Ich werde niemals einen Gedanken umdenken, wenn mich der oder die Schreiber_In oder meine Erzieherin in der Kita oder einfach meine Mamafreundin mit Worten oder in ihren Texten als „Niemand“ darstellt, als Alles-Falsch-Macher! Als Erziehungs-Looser!

Einige Texte, die ich lese, scheinen noch ganz vernünftig, in den Kommentaren werden dann aber die Leser_Innen fertig gemacht. „Hallo? Kann es sein, dass du hier in der falschen Gruppe schreibst?“, las ich erst letzte Woche und war erstaunt, über so viel Dogmatismus.

Wie sehe ich das ganz persönlich? 

Ich glaube, liebe Leser_Innen und Blogger_Innen, Eltern, Pädagog_Innen, dass niemand mit Vorwürfen erreicht wird. Menschen, die über Beziehungsorientierung, Freilernen, Attachment Parenting, Unerzogen usw. schreiben, bringen ihren Lesern die Botschaft der Gleichwürdigkeit in ihren Familien und auf der Arbeit rüber. Auf der anderen Seite verurteilen einige Menschen andere Menschen und stellen sich selbst über sie! Das passt doch nicht zusammen.

Somit ist ihre Empathiefähigkeit für andere Menschen, die sie ja eigentlich erreichen wollten, flöten gegangen.

Wenn ihr jemanden erreichen wollt, wenn wir etwas ändern wollen, dann lasst uns in der Liebe bleiben und mit unseren Mitmenschen in Beziehung treten. Lasst uns langsam, Stück für Stück, Schritt für Schritt, gemeinsam gehen. Wenn du deinen Weg schon lange gehst, heißt das nicht, dass dein Gegenüber schon auf dem gleichen „Wissensstand“, auf dem „selben Weg“ ist. So ist das auch mit Kindern, auf der Arbeit und Zuhause, mit den Nachbarn, den Großeltern. Jeder hat einen andren Stand, eine andere Lebenswelt, ein anderes Weltbild. Wir müssen immer von deren Ist-Zustand ausgehen und auch akzeptieren, was ist. Ich kann nicht Toleranz für mich erwarten, wenn ich selbst nicht bereit bin, Toleranz entgegen zu bringen.

Ich bin für die Beziehung statt der Erziehung, ein bindungs- und beziehungsorientiertes Leben! Menschen lesen meinen Blog und können mit meinen Ansätzen und Ideen machen, was sie möchten. Ihre Gedanken sind frei, genau so wie meine. Wenn ich Menschen zum Umdenken bewege, freue ich mich. Wenn nicht, hat der Mensch eine Idee bekommen, wie man es auch machen könnte. Jeder zieht sich das, was er braucht oder auch nicht, aus den gegebenen Informationen. Ich mag die Vielfalt und die Diversität in den Blogs und Lebensstilen.

Jeder Mensch darf seinen Weg finden. Ein Weg braucht Zeit und ein Umdenken wird nicht von heute auf morgen erreicht. Ein konstruktives Gespräch ist ein Geschenk, macht nicht zu, geht doch mal ehrlich ins Gespräch und redet von euch und euren Gefühlen. Bei sich zu bleiben ist eh die hohe Kunst der Kommunikation, wie ich finde.

Bald ist Weihnachten! Lasst Licht und Wärme in die Herzen. Ich wünsche mir mehr Verständnis auf allen Seiten.

Eure Leen

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2 Comments

  • Reply Nadine 19. Dezember 2016 at 09:10

    Sehr schöne Worte! Danke dafür 🙂 Ich sehe das so ziemlich genauso wie du. Es gibt immer diese Verfechter der einen „Wahrheit“, die es eigentlich nicht gibt. Wir leben in einer Welt, in der jeder für sich selbst entscheiden darf und das ist auch gut so, ich bin sehr froh darüber! Wird gleich geteilt 🙂

    Alles Liebe,
    Nadine

    • Reply Leen 19. Dezember 2016 at 10:29

      Hallo Nadine,
      ich danke dir und ganz liebe Grüße!

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