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Emotionen oder warum ich Probleme hatte mich „gut genug“ zu fühlen!?

28. September 2016

Kennt ihr das auch? Dieses Gefühl nicht „gut genug“ zu sein!? Diesem Gefühl versuche ich schon seit Längerem auf den Grund zu gehen! Was ich dabei herausgefunden habe, möchte ich heute mit euch teilen!

Ich bin ja immer und überall mit meinen digitalen Augen und Ohren unterwegs! Ich streunere auf Online-Kongressen herum, lese gute Blogger_Innen und Artikel usw.usf. Über diese Möglichkeiten versuche ich immer verschiedene Denkanstöße zu erhalten, um mir dann meine eigenen Thesen zu kreieren. Heute zum Thema Emotionen und dem „nicht gut genug fühlen“. Ich glaube dieses Phänomen rührt aus der Kindheit und ich bin mir fast sicher, dass es mir da nicht allein so geht!

Welche Sätze haben wir damals gehört, wenn wir als Kinder mal so richtig wütend waren!? Was haben unsere Eltern, Großeltern, Erzieher_Innen und Lehrer_Innen denn gesagt, wenn wir weinten  oder schreiend auf dem Boden lagen!?

Ich hatte eher so meine Probleme mit Autoritäten! Meine Eltern haben mich recht frei erzogen, ich musste aber an anderen Stellen mit diesen Aussagen umgehen, wie z.B.:

Ach Leen, ist doch nicht so schlimm, wenn du heiratest ist wieder alles gut!

Nun hör auf zu weinen, sonst darfst du nachher keinen Nachtisch!

Jetzt hör auf! Du musst ja nicht gleich rumbocken!

Die ganze Kindheit war geprägt von solchen Floskeln, nicht aus böser Absicht, sondern weil die Erwachsenen uns trösten wollten und/oder sie es einfach nicht besser wussten.

Was macht das nun mit uns als Kind? Ich fühle mich als Kind auf Dauer in meiner emotionalen Welt nicht ernst genommen. Ich merke, dass es nicht richtig ist, wie ich fühle und wie ich bin. Ich lerne, dass ich so und so zu fühlen habe, damit die Erwachsenen mich mögen und schätzen. Ich bin nicht ok so wie ich wirklich bin! Alle Aussagen zu Gefühlen wie: ist nicht so schlimm, hör auf usw. vermittelt dem Kind nur, dass es nicht richtig ist – das seine_ihre Gefühle nicht richtig sind!

Aus diesen nicht beachteten Gefühlen werden Erwachsene, die sich nicht gut genug fühlen!

Wie sind wir meistens drauf!? Hier ein Beispiel! 

Ich bin wütend! Hmm! Ich lasse es niemanden spüren, weil ich ja so brav und gut erzogen bin!

Ich fühle mich heute einfach nur schrecklich und traurig! – Egal ich gehe trotzdem zur Arbeit und lächele einfach drüber!

Und nun!?

Ich persönlich möchte das nicht sein, bin ich ja auch nicht, deshalb ecke ich auch öfters mal an, denn ich über auch in der Öffentlichkeit mit meinen Gefühlen und Emotionen umzugehen. Ich fühle mich jetzt sogar richtig gut, weil ich endlich die Gefühle raus lasse und immer authentischer werde. 

Was ich gerade besonders lerne ist, mein Seidenraupenkätzchen richtig zu verstehen! Ich spreche hier nicht von einer Merhode! Ich möchte die Haltung von mehr Beziehung und Kontakt im Alltag pflegen.

Ich möchte niemals diese Floskeln verwenden und fange einfach früh an, mich selbst zu reflektieren und gleich in Beziehung zu gehen und mein Kind in seiner emotionalen Welt ernst zu nehmen. Es ist viel Arbeit, aber das ist es mir wert und ich werde es immer und immer wieder versuchen, weil ich fühle, dass es für uns der richtige Weg ist!

Wenn mein Seidenraupenkätzchen weint, werde ich nicht sagen „ist nicht so schlimm“ oder „hör auf“, sonder ich sage: Ich sehe, dass du dich jetzt „wütend“, „traurig“, „ungesehen“ fühlst. Somit habe ich das Gefühl benannt, signalisiere, dass es ok ist und dass das Gefühl da sein darf. Auch die „blöden“ Gefühle haben ihre Daseinsberechtigung, obwohl es soetwas ja eigentlich nicht gibt, „blöde“ Gefühle, denn alle Gefühle sind wertvoll und wollen gefühlt werden. Weinen ist auch eine befreiende Sache, wenn wir mal beim Beispiel bleiben. Es reinigt und löst oft die emotionale Verspannung. Manchmal muss es einfach raus. Das will doch  nun wirklich niemand hören „Du brauchst nicht zu weinen/ jetzt hör auf zu weinen“ oder!?

Ich will mit all meinen Möglichkeiten versuchen in Beziehung zu gehen, hinter meinem/ bei meinem Kind zu stehen, denn nur so lernen unsere Kinder mit ihren Emotionen umzugehen, wenn wir da sind und sie durch ihre Gefühle begleiten.

Ich wünsche mir, dass sich Kinder bei uns Erwachsenen sicher und gefühlt fühlen!

Wie geht es euch mit diesem Thema?

Eure Leen

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