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Geburtsvorbereitungskurs – Die Geburt

19. Mai 2017

Ich hatte wieder meinen Geburtsvorbereitungskurs mit meiner Hebamme. Begonnen haben wir heute damit, dass wir über die Kliniktasche gesprochen haben. Sie empfiehlt diese 4-5 Wochen vor dem Entbindungstermin zu packen und das mit normalen Wohlfühlsachen, denn wir sind nicht krank. Keine Mutter muss mit einem Nachthemd über die Flure gehen, wenn sie es nicht möchte. 

Inhalt/ wichtigsten Dinge:

  • Kleidung, was jeder so braucht und mag (plus Entlassungskleidung fürs Kind – in der Krankenhauszeit wird diese gestellt, sowie in meinem Krankenhaus auch die  Pflegeprodukte und Windeln)
  • Handtücher für oben und unten (Milch und Wochenfluss trennen, denn der Wochenfluss sollte nicht an die Brust über das Handtuch gelangen)
  • Still-BH/ Sport-BH – am besten ohne Bügel damit nichts an der Brust abgeschnürt wird
  • Stillkissen, wem es beliebt (Hilfsmittel können aber auch aus Decken oder Kissen gerollt werden)
  • Stilleinlagen
  • Vorlagen, ev. Vorlagenfixierer, wer keine Schlips nutzen möchte, einiges gibt es aber vorrätig im Krankenhaus
  • Babyschale für die Rückfahrt
  • Dokumente und Unterlagen

Wann fahre ich los:

Bei Wehen losfahren, wenn sich alle 5-10 Minuten Wehentätigkeiten zeigen. Wenn es einen Fruchtwasserabgang gibt und dieser klar ist, kann in Ruhe losgefahren werden. Wenn das Fruchtwasser verfärbt ist, z.B. grün oder rot, sollte sofort der Rettungsdienst informiert werden und am besten ein liegender Transport erfolgen. 

Bei Wehen (eventuellen Übungswehen), die nicht alle 5-10 Minuten erfolgen, kann sich alles nach einer warmen Wanne noch einmal entspannen. Das sollte nur gemacht werden, wenn sich die Frau wirklich gut fühlt. Erste Vorboten auf Wehen können z.B. Kopfweh, Erbrechen und Durchfall sein. Der Mutterpass und eventuell ein Einweisungsschein sollten mit zum Krankenhaus genommen werden. Die Chipkarte wäre auch von Vorteil.

Dann kann die Geburt beginnen:

Die Geburt hat 3 Phasen.

1. Die Eröffnung 


Die Eröffnungsphase dauert am längsten und zieht sich meist 12-16 Stunden beim 1. Kind hin. Im Krankenhaus wird dann ein CTG geschrieben und wenn ihr frühzeitig da seid, kann die Eröffnung noch sehr aktiv mitgestaltet werden. Darunter fällt unter anderem das Bewegen z.B. auf den Fluren. Ein Einlauf kann, wenn gewünscht, erhalten werden. Er hat eine geburtsfördernde Wirkung. Wenn der Muttermund unter 5cm geöffnet ist, wird alles noch aktiv vor dem Kreißsaal ablaufen. Aus Erfahrung geht es laut meiner Hebamme ab 5cm in den Kreißsaal, weil die Frauen dann nicht mehr die Kraft haben, die Flure hoch und runter zu laufen. Niemand muss Schmerzen leiden. Es werden immer Schmerzmedikamente angeboten. In meinem Krankenhaus können auch Öle und Musik genutzt werden, um sich zu entspannen.

2. Austreibungsphase 


Der Muttermund ist 10cm geöffnet, dann beginnt die Austreibungsphase. Die Geburtshilfsmittel sind die Wanne, das Bett und der Hocker. Ich muss sagen, dass in Halberstadt die Betten verstellbar sind, sodass man unter der Geburt das Bett zu einer Art Hocker „umbauen“ kann. Die Frau entscheidet dann und lässt sich die Position des Bettes einstellen. Die dortigen Hebammen versuchen 2 Stunden, bei voll geöffnetem Muttermund, die Geburt zu begleiten. Nach zwei Stunden Austreibungsphase wird mit dem Arzt geschaut, wie es weiter geht. Es ist kein hebammengeleiteter Kreißsaal, darum entscheiden z.B. die Ärzte nach 2 Stunden, ob z.B. ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. Ich finde es etwas schade, aber ich bin dort auch so sehr zufrieden mit der Arbeit der Habemmen gewesen, dass ich mit bestem Gewissen dort meine Geburt erleben werde. Deshalb gehe ich auch dorthin zurück. 

Meine Hebamme hat im Kurs erst einmal mit einem Irrglauben aufgeräumt: „Hebammen schneiden gern“ heißt es im Volksmund. Sie sagt, dass eine Hebamme mit einem Dammschnitt eine Mehrarbeit hat. Die natürliche Geburt ist für eine Hebamme auch die einfachste und beste Variante. Wenn auch, ist der Riss beliebter, weil es einfach schöner für die Frauen verheilt. 

 3.Nachgeburtsphase  

Diese Phase kann etwas dauern und wenn der Mutterkuchen da ist, wird er erst einmal angesehen. Es gibt eine mütterliche Seite und eine kindliche Seite. Der Mutterkuchen kann entsorgt oder mit nach Hause genommen werden. Es können auch Nosoden daraus verarbeitet werden.  Dazu muss sich das Infomaterial angefordert werden und das Material mit ins Krankenhaus genommen werden. Die Hebammen schneiden dann ein Stück Plazenta ab oder treufeln Nabelschnurblut in den vorgesehenen Behälter. Nosoden können auch aus Muttermilch hergestellt werden. 

So viel zum Thema der natürlichen Geburt. Im Kreißsaal wird dann auch die U1 des Kindes durchgeführt. 

Operative Entbindung:

Falls es zu einer operativen Entbindungen kommen sollte, gibt es die Glockenentbindung, die Zangenentbindung und den Kaiserschnitt. Die Begleitperson der Frau kann bei Vollnarkose nicht mit in den OP, aber bei einer Spinalanästhesie dabei sein. Wenn der Kaiserschnitt nicht mehr möglich ist, wird die Glocke verwendet. Fäden von Kaiserschnittnarben müssen übrigens nicht gezogen werden. 

Das waren wieder meine Notizen vom Kurs und ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben. 

Eure Leen 

Den Kennenlernkurs könnt ihr hier nochmal ansehen, wenn ihr mögt.

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