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Ich!Kann!Aber!Jetzt!Nicht!Mehr!

23. November 2017

Gerade lese ich Susanne Mieraus Buch, wenn ich denn mal dazu komme. Bei dem Titel: Ich!Will!Aber!Nicht! denke ich mir manchmal die Worte: Ich!kann!Aber!Jetzt!Nicht!Mehr! Einfach, weil ich gerade ein autonomes Kind zuhause begleite und mir dazu diese Worte in den Kopf schießen.

Der Tag mit zwei Kindern zuhause ist lang und die Pausen für mich sind knapp. Da bin ich ehrlich. Gerade in der Autonomiephase habe ich mit meinen persönlichen Grenzen zu tun. Wenn mein Akku leer ist, merke ich, wie meine Stimmung kippt. Ich bin hochsensibel und halte dann oft die Welle der Überlastung kaum aus, wenn meine Akkus leer sind. Wenn ich jedoch gut auf mich geachtet habe, ist ein mit Butter beschmiertes Kind oder eine Hafermilchpütze unter dem Tisch kein Problem für mich. Sich zurück zu ziehen, ohne Betreuung von Außen, ist für mich kaum möglich.

Ich kenne meine Grenzen ganz gut, aber aus fehlenden „Mitteln“ übergehe ich diese auch oft.

Ich bin momentan wieder dabei, mir mein mein Netz erneut aufgebaut bzw. auszubauen. Da ich keine Kita im Rücken habe, die meine Kinder betreut, spanne ich die Familie mit ein. Einmal in der Woche geht meine große Tochter zur Schwiegermutter und einmal in der Woche kommt meine Mama und nimmt hier beide Kinder, während ich mich in dieser Zeit um den Haushalt kümmern kann.

Ich komme mit den Kindern momentan zuhause zu nichts, wie es immer so der Spruch ist. Wir haben einfach eine tolle Zeit, aber es bleibt drumherum wirklich viel Arbeit liegen. Ich kann auch z.B. nicht so gut das Bad putzen, wenn beide an mir kleben. Ich mache solche Dinge auch gern mal ganz in Ruhe, für mich allein und mit Musik. Ja, richtig, ich könnte das auch mit den Kindern zusammen machen, aber da geht Selbstfürsorge für mich auch schon irgendwie los. Wenn es mir mehr gut tut, es allein zu machen und dabei „abzuschalten“, dann mache ich das und organisiere mir da eine Kinderbetreuung, wenn mir danach ist. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass Putzen für mich entspannend sein kann. Es ist aber auch einfach das „mal für sich alleine etwas tun“, was mich dann kurz wieder erdet und entspannt. Ich freue mich dann, wenn es schön sauber ist, ich mich wohl fühle und ich etwas geschafft habe.

Ich mag es, mit den Kindern zusammen zu sein, aber ich bin auch so realistisch und selbstsicher zu sagen, dass ich das nicht 24!Stunden lang und 7 Tage in der Woche möchte. Ich brauche Pausen um aufzutanken. Wenn es in mir schreit: Ich!Will!Aber!Nicht!Mehr!, dann weiß ich, dass es bald wieder dringend nötig ist, diese Pause einzufordern. Manchmal sind es nur 30 Minuten für sich, die helfen können, sich wieder zu erden. 30 Minuten Bad putzen, Baden, spazieren gehen, lesen, TV schauen, oder was jede*r so braucht, helfen oft Wunder.

Lasst uns aufmerksam werden, wenn es wieder in uns laut wird und wir das: Ich!Will!Aber!Jetzt!Nicht!Mehr!hören.

Dann heißt es, eine Zeit für Pausen suchen und diese auch bewusst nutzen, damit sich die Akkus wieder füllen und wir die Aufmerksamkeit für uns selbst bekommen, die wir brauchen und unsere Kinder die Begleitung bekommen, die sie verdienen.

Eure Leen

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2 Comments

  • Reply Brise 16. Dezember 2017 at 18:02

    Liebe Leen,
    das kann ich SEHR gut nachfühlen. Wir haben gerade Zwillinge bekommen und haben noch zwei größere Kinder (3 und 5). Und obwohl beide Großeltern super helfen: Da! Kann! Ich! Oft! Auch! Nicht! Mehr! 🙂
    …und witzigerweise habe ich auch gerade das Buch von Susanne Mierau bestellt. 🙂
    Liebe Grüße!

    • Reply Leen 17. Dezember 2017 at 18:54

      Meine beste Freundin hat auch Zwillinge.Ich kann es gut nachfühlen. Wir sind super und schaffen das <3

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