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Lou schreibt über…Teil 2

11. Januar 2018

Warum heiraten wir? Irgendwie habe ich mir diese Frage nie konkret gestellt. Also ich meine so richtig ehrlich.

Was genau ist „anerzogen“ und was bin ich selbst? Hätte ich eigentlich heiraten müssen, also für mich selbst? Wenn ich wirklich ehrlich zu mir selbst bin, bin ich ziemlich unreflektiert durchs Leben gestiefelt, was dieses Thema anbelangt. Da war ich bei anderen Themen deutlich weiter.

Warum wollte ich allgemein heiraten – ohne tatsächlichen Partner? Es war der Wunsch gemeinsam durchs Leben zu gehen. Gemeinsame Ziele und Wünsche verwirklichen und irgendwann Kinder bekommen. Das war meine Erwartungshaltung und natürlich hatte ich diese auch an meinen zukünftigen Partner. Dieser musste seinen Focus auch unbedingt auf der Familie haben und nur auf der Familie. Außerdem wollte ich relativ früh Kinder haben, so wie meine Eltern. Ja, so wie meine Eltern. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch noch der festen Überzeugung, dass die Ehe meiner Eltern ja ganz gut gewesen sei. Sie haben sich viel Zeit für uns genommen – was für ein Kriterium. Natürlich ist das wichtig, aber so fundamental? Hinter die wirkliche Fassade blicke ich erst jetzt, was mir auch bei einigen Verhaltensmustern im Hinblick auf mein Beziehungsverhalten auffällt. Mein Geschwisterchen war da reflektierter und sah das ganze schon früh kritisch.

Mit diesem fest geschnürten Paket an Sozialisation und eigenen Wertvorstellungen lernte ich meinen Mann kennen. Trotz vieler Warnungen aus meinem Umfeld (da bin ich immer etwas ignorant – es gibt nur gute Menschen auf diesem Planeten), zog ich aus meinen Mann zu retten und ihm die Familie zu schenken, die er sich immer gewünscht hatte oder war es die, die ich mir immer gewünscht hatte…für ihn und für mich? Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er selbst auch schon einiges durchlebt gehabt – Zu genau kann ich da leider nicht werden.Voller Euphorie und Tatendrang ließ ich mir nicht viel Zeit. Wir zogen relativ schnell zusammen und bekamen dann Kinder. Ich habe viele Kinder, zumindest mehr als der Durchschnitt. In der gesamten Zeit mahnte mich mein Bauchgefühl. Mich quälten Verlustängste. Aus meinen vorherigen Beziehungen kannte ich diese nicht, zumindest nicht in solchem Umfang, naja und unberechtigt waren sie auch nicht. Denn je länger wir zusammen waren, desto mehr kam auch über ihn ans Licht, ich bleibe da mal ein wenig ungenau. Ich denke ihm, wird es da mit mir auch ähnlich gehen. Und es gab noch so einige Dinge die mich quälten. Ich erinnere mich an eine ziemlich geschmacklose Anfangsgeschichte, aber meine Freunde würden diese sofort wiedererkennen. Deswegen kann ich sie leider nicht zum Besten geben, was wirklich schade ist.

Welche Rolle spielt dabei der besondere Mensch? Heute bekommt er einen Namen und den hat er sich selbst gegeben, Tom. So schön wie es mit uns angefangen hat blieb es leider nicht sehr lange und das hatte einen ähnlichen Grund, wie meine Geschichte. Um es nicht allzu dramatisch zu machen, er spielt in meinem Leben immer noch eine wesentliche, wichtige und wunderbare Rolle. Er ist ja der Mensch, der mich gerettet hat und es auf seine Art und Weise noch tut. Nur irgendwie läuft das nicht immer so, wie wir es uns vorgestellt haben. Tom, genauso alt wie ich (zwischen 30-40), war im Gegensatz zu mir schon viel länger verheiratet. Zumindest dauerte seine Beziehung dreimal so lange wie meine. Natürlich fragte ich ihn, warum er geheiratet hatte. Ähnliche Gründe wie bei mir, aber er wollte nicht unbedingt Kinder haben, im Gegensatz zu seiner Frau. Zudem ist er ein Mensch, der schnell klare Fronten braucht. Sind diese geklärt, ist er zufrieden. Wozu das dann geführt hat, kommt in Teil 3 zum Thema Trennungen.

Halten wir fest. Ich denke ich bin, was meine Herangehensweise an eine Ehe angeht, keine Ausnahme. Bestimmt gibt es Menschen, vor allem jene die bereits reifer, reflektierter und sicherlich auch älter sind oder aber bereits verheiratet waren, die nicht so naiv, romantisch, idealistisch, biologisch-„sozialisatorisch“ in eine Ehe starten. Aber ich habe es getan. Mit dem Wissen und den Erkenntnissen, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte. Und es gab für mich auch nie eine Alternative. Ich wollte heiraten und Kinder, weil ich dachte, dass mich das glücklich machen würde. So wie es Tom auch glücklich machte, alle Pläne und Ziele die „Mann“ fürs Leben hat, erfüllt sieht. Er konnte sich entspannt zurücklehnen. In einem der „wenigen“ selbstkritischen Momente sagte er zu mir. „Ich hatte einen Ring um meinen Finger, was sollte mir bitte noch passieren?“

Eure Lou

Lou schreibt über… Teil 1

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