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No Mobbing!

16. November 2016

Die liebe Dani von Gluckeundso hat das Thema #NoMobbing aufgemacht. Dani hat sich mir schon vorgestellt, da habe ich gerade einmal eine Woche gebloggt, sie hat mir gleich Hilfestellung und ihre Montagspost angeboten – das nenne ich soziales Bloggerverhalten und #NoMobbing. Sie hat mich mit offenen Armen in der Blogwelt empfangen, so wie die Glucke das Küken schützt oder wie mein Vater mich vor meiner größten und schlimmsten Mobbingerfahrung schützen musste. Davon möchte ich euch heute erzählen und von ein paar anderen Begebenheiten.

Mobbing in staatlichen Einrichtungen

Kindergarten

Die ersten Mobbingerfahrungen waren im Kindergarten. Gemobbt hat eine Erzieherin, die ich nicht ausstehen konnte und sie mich wahrscheinlich auch nicht. Jetzt arbeiten in diesem Kindergarten ganz wundervolle liebe Frauen, die das Herz am rechten Fleck haben. Ich erzähle euch, wie ich damals vor der gesamten Gruppe bloßgestellt und gemobbt wurde. Ich war schon als Kindergartenkind ein Mensch des Wortes. Ich redete viel und gern und hatte immer Schwierigkeiten Mittagsruhe zu halten. Ich lag somit wach im Bett. Ich hatte als Kind eine Nierenerkrankung und musste immer ordentlich trinken und mich warm anziehen. Nun redete ich gern, auch zu den besagten Schlafenszeiten. Die Erzieherin wusste nicht damit umzugehen, und begleitete mich nicht in meinem Bedürfnis. Anstelle davon, musste ich die ganze Mittagswache barfuß, neben meiner Liege, auf dem Steinfußboden stehen. Ich habe es natürlich meinen Eltern erzählt und meine Mama hat einen riesigen Aufriss gemacht. Ich hatte danach eine Blasenentzündung. Vergessen werde ich dieses Ereignis nie! Aber schlimmer traf es ein Kind aus meiner Gruppe. Das Kind hatte Probleme den Stuhlgang zu halten, so habe ich es jedenfalls in Erinnerung und es ging zur Mittagsschlafzeit auch mal etwas in die Hose. Gedroht wurde mir dann, dass wenn ich nicht gleich meinen Mund halten würde, ich neben dem Kind schlafen müsste. So wurde allen Kindern in der Gruppe gedroht, wenn nicht der Mund zur Schlafenszeit gehalten wurde. Ist das nicht total krank? Dieses arme Kind wurde permanent vor der ganzen Gruppe stigmatisiert und aufs Übelste gemobbt. Pädagogen können so viel kaputt machen! Natürlich mobbten die Kinder das Kind dann auch innerhalb des Tagesablaufes, wie sie es von der Erzieherin gelernt hatten.

Grundschule

Wir mussten immer ein paar 100Meter vom Schulgebäude zur Sporthalle laufen und die „Großen“ aus der Sekundarschule standen vor der Sporthalle um zu rauchen. Wir sind zum Sportunterricht gegangen und bekamen jedes Mal Kippenasche auf den Kopf mit den Worten: „Asche macht schön“. Ich hatte solche Angst, dass mir meine lange Haare verbrennen, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Eine typische Mobbingsituation – Sie standen links und rechts vom Weg und wir mussten durch den „Tunnel der Qualen“ gehen. Es war nicht groß hilft klein, nein ihren ganzen Frust haben sie an uns ausgelassen und kein Lehrer hat etwas gemerkt. Jeder Gang zur Sporthalle war mit Angst besetzt. Bei der Sporthalle angekommen, musste ich dann noch „schön“ mitmachen, um nicht vor der Klasse bloßgestellt zu werden, wie eine Mitschülerin. Sie hatte Angst über den Bock zu springen und wurde dann einfach von der Lehrerin gewaltvoll drüber gezogen und alle sahen zu. Grauenvoll! Immer dieses Bloßstellen von einzelnen Schülern vor der gesamten Klasse. Das ist doch wirklich einfach nur traurig und ich habe dieses Phänomen bei vielen Lehrer_Innen beobachtet.

Gymnasium

Auf dem Gymnasium hatte ich wieder das Glück, an so eine unempathische Lehrerin in der Kursstufe zu geraten. Die Grundstufe war ok. Ich habe den Kunstlehrer abbekommen, der eine absolute Wucht war. In der Kursstufe hatte ich Martha, wie wir sie nannten. Sie war immer von oben herab zu mir und hatte ihre Lieblinge, wozu ich nicht gehörte. Ich wurde nicht dran genommen, wenn ich mich meldete. Sie ignorierte mich regelrecht und wenn ich etwas am Text analysierte, war es immer falsch oder sie lachte mich aus. Meine Aufsätze in Deutsch waren mit 4 oder 5 Notenpunkten bewertet, während ich gleichzeitig in Philosophie konstant 14 und 15 Notenpunkte abräumte. Es war so frustrierend. Ich habe begonnen das System Schule zu verachten. Nicht alle Lehrer und Lehrerinnen, aber das System. Ich bin zu offen und zu anders für dieses konforme Gleichheitsding gewesen. Einige Lehrer_Innen haben mein Potential gesehen, für die meisten war ich aber die, die in ihrer eigenen Welt lebt. Das witzige ist ja, dass das gar nicht wahr war, denn ich habe gute Ideen, bin modern und offen, halt einfach nur nicht angepasst. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass sich da in den nächsten Jahren etwas tut.

Mobbing im ganz Privaten

Mobbing im Freundeskreis

Mein schlimmste Mobbingerfahrung geschah, als ich ca. 15 Jahre alt war. Ich bin 1,77m groß und wog damals so um die 70kg. Toller Busen, schöne Figur lange Haare und meiner Meinung nach ein hübsches junges Mädchen. Ich begann mich langsam mit Jungs zu treffen und war auch viel im Ort draußen unterwegs. Mein damaliger Kumpel, der immer sportlich und aktiv war, begann sich seine Birne mit Drogen wegzuhämmern. Aus meinem Kumpel wurde ein blödes Arschloch! Er war als Kind dick und hat unter Mobbing gelitten, glaube ich. Jedenfalls begann er mich zuzutexten, dass ich zu dick sei und abnehmen müsse. Ich fand das nie! Ich fand mich schön. Er wollte mich davor bewahren zuzunehmen und gemobbt zu werden. Das war, glaube ich, mal ursprünglich sein Gedanke. Je stärker die Drogen wurden, desto bekoloppter wurde er und die Jungs aus der Truppe. Er hatte sich eine Schar an Lakaien aufgebaut, die sein Spiel mitspielten.  Ich war dann einfach dran – über lange Zeit. „Du fette Sau, warum ist dein Arsch so fett, warst du heute noch nicht auf dem Klo?“ Oder „Balla Balla“ wurde ich genannt, weil ich, in deren Augen, wie ein Ball aussah. Irgendwann habe ich den Druck nicht mehr ausgehalten.  Ich hatte Zuhause einen Zusammenbruch und über Stunden einfach nur geweint. Ich war nicht mehr zu beruhigen. Mein Papa hat das dann geklärt! Die Männer, also sie waren ja schon Mitte 20, haben sich dann bei meinem Vater dafür entschuldigt. Bei mir hat sich niemand entschuldigt. Es wird sicher auch niemals passieren.

Ich habe gemobbt

Ich habe ein Mädchen in meiner Klasse gemobbt. Alle haben sie gemobbt. Ich habe mitgemacht. Das bereue ich oft, weil ich eigentlich eine ganz zarte Seele bin. Ich habe so Sachen gesagt, wie: „Ihh, guck wie die aussieht.“ Das war so ca. in der Grundstufe des Gymnasiums. Ich habe mich dafür bei ihr entschuldigt. Schon damals zu Schulzeiten und nochmal, als ich bereits erwachsen war. Ich fand das sehr wichtig für mich und meinen Prozess.

Fazit

Mobbing ist ein Arschloch! Mehr gibt es dazu eigentlich fast nicht mehr zu sagen. Hier ist für euch noch der Mobbing-Bericht von Frida von 2KindChaos, der gestern online ging. Sie schreibt, dass Menschen gemobbt werden oder selbst mobben. Ich habe mich aus beidem befreit. Ich arbeite an mir, traue mich, Menschen anzusprechen, wenn es Probleme gibt und überprüfe mein Verhalten, um nicht zu mobben oder mich zum Mobbingsopfer zu machen. Selbstreflexion ist anstrengend. Ich übe, Menschen zu akzeptieren, so wie sie sind und in Beziehung zu gehen. Perfekt bin ich jedoch nicht, aber ich kann mich reflektieren und weiß um meine Stärken und Schwächen.

Mobbing muss in Institutionen ernst genommen werden, es müssen Projekte angesetzt werden, um präventiv zu arbeiten. Kinder sollten begleitet werden und Lehrer_Innen und Pädagogen und Pädagoginnen sollten verstärkt hinsehen, anstatt die Augen zu verschließen. Diversität sollte gefeiert werden, denn wir, mit unseren vielen Facetten, können ein tolles großes Ganzes ergeben. Dafür müssen wir aber „anders sein“ dürfen, ohne uns dafür schämen oder verstecken zu müssen. Mobbing wird teilweise vorgelebt. Lasst uns überdenken, wie wir über andere Menschen reden. Nicht nur vor den Kindern, sondern auch vom Inneren heraus! Lasst uns gemeinsam aufbrechen und umdenken. Jeder Tag ist ein neuer Tag, an dem etwas überdacht und geändert werden kann. Ich bin im Aufbruch zum Umdenken unterwegs! Versucht es doch auch mal. Liebe macht frei!

Eure Leen

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1 Comment

  • Reply Warum ich als Mutter Blogs lese und welche mich besonders inspirieren!? Teil 3 - Aufbruch zum Umdenken 22. Dezember 2016 at 09:24

    […] Dani ist so eine herzliche und nette Person. Ihr Blog ist bunt und vielseitig und ich habe an ihrer Blogparade mitgemacht und bei der Montagspost. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vorzustellen, […]

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