beziehungsorientierte, bedürfnisorientierte und bindungsorientierte Begleitung Blog

Sei der Berliner im Herzen auf dem Dorf!

13. Juni 2017

Als junger Mensch war es immer mein Traum in Berlin zu leben. Nicht unbedingt, weil ich Städte so liebe, sondern weil ich eine Vorstellung von Diversität in meinem Kopf und Herzen hatte. Dort kann ich so sein, wie ich bin und muss mich nicht einer Dorffassade anpassen. Ich würde so viele Gleichgesinnte treffen und tolle Dinge erleben. Das waren meine Vorstellungen.

Je älter ich wurde desto vernetzter und verwurzelter war ich auch in meiner Region. Ich liebe es hier und will nicht weg. 

Tolle Wegbegleiter*innen fand ich auch hier, das steht außer Frage. 

Schranken im Kopf 

Schranken bestehen nur in unseren Köpfen. Ich muss nicht in Berlin wohnen um ICH zu sein. Ich musste mich nur trauen es zu zeigen, egal wo ich wohne. Ich kann hier nicht in der Masse untergehen, wie es in einer Großstadt möglich wäre. Ich zeige mich auch z.B. über den Blog und lasse am persönlichen Aufbruch zum Undenken teilhaben. Ich kenne viele Menschen in meiner direkten Umgebung und in den Nachbarorten.

Ich mache mich dadurch auch „angreifbar“, weil ich hier wirklich viele Menschen persönlich kenne. Es gab letztens einen Kommentar, dass ich einen „sinnlosen Blog schreibe und den Menschen meine durchgeknalle Denkweise auf die Nase binde“. Auch diesen Menschen kenne ich persönlich, die so über mich denken. 

Das sind aber wirkliche Ausnahmen. Ich bekomme so wertschätzende und liebevolle Rückmeldungen, die bestätigen, weiter zu machen. Ich konnte einer Freundin eine Hilfestellung geben, weil sie über den Blog wusste, dass ich einige Erfahrungen mit dem Stillen gesammelt hatte. Vielleicht war ich sogar ein kleiner Teil davon, dass die Stillbeziehung geklappt hat und jetzt fest besteht. Einer anderen Leserin hatte ein Beitrag geholfen, ein familiäres Problem zu überdenken. Das sind Gegebenheiten, die mich wirklich glücklich machen. 

Schranken gibt es nur im Kopf. Auch wir wirklich regional verwurzelten „Ossis“ können im Geiste offene Berliner sein und einen persönlichen Aufbruch zum Umdenken starten. Wie auch immer dieser aussieht, ist doch für jede Person unterschiedlich und individuell. Der oder die eine denkt mehr über einen beziehungsorientierten Weg nach,  nachdem erst einmal klar wurde, was das überhaupt ist und das es nichts mit „meine Kinder können alles machen, was sie wollen“ zu tun hat. Andere fangen an ökologischer ihren Fingerabdruck zu überdenken. Wieder andere eschoffieren sich über Menschen wie mich, obwohl ich einfach nur von mir und meinen Ansichten erzähle, ohne dabei andere Haltungen anzugreifen oder anzufeinden. Jede*r zieht sich das heraus, was passt oder eben nicht.

Offen für verschiedene Lebensmodelle zu bleiben finde ich ja megamäßig Berlin. Menschen mit dem Hintergrund der Gleichwürdigkeit zu behandeln, finde ich urban. 

Ich versuche das und wünsche mir, dass es auch andere versuchen. Ich bin kein Hinterwäldler, nur weil ich nicht in einer Stadt lebe, sondern in Sachsen-Anhalt und dazu noch im Dorf. 

Durch das Internet hat jede*r einen Schlüssel zur Bildung in der Hand. Wir haben die Möglichkeit, Fragen und Probleme zu recherchieren und einfach Gegebenheiten online oder in Büchern nachzulesen. Selbst die Zeitung von Rossmann hatte letzten wunderbare Interviews und Beiträge zur bindungsorientierten Elternschaft, welche ja eines meiner Lieblingsthemen auf dem Blog ist. Wir haben alle Möglichkeiten unser Leben zu gestalten und wir sind alle unterschiedlich und haben alle unsere Berechtigung. Wir haben die Möglichkeit darüber zu lesen und müssen es nicht abtuen mit: „Wir sind doch auch alle groß geworden!“

Ich persönlich wollte aufbrechen um glücklich zu sein, mit Kopf und Herz, und das kann mir niemand kaputt machen oder nehmen. Ich liebe meinen Weg und stehe dazu.

Eure Leen 

Bildquelle: Pixabay.com

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2 Comments

  • Reply Martin Pierags 12. Juli 2017 at 06:54

    Haha,
    ich bin in Berlin aufgewachsen und wollte immer aufs Dorf zu meiner Oma im Brandenburgischen.
    Ich glaube, für die Kinder ist es besser aufm Dorf aufzuwachsen und von den Eltern die Weltofffenheit mit in die Wiege gelegt zu bekommen. Du machst es genau richtig!

    • Reply Leen 12. Juli 2017 at 22:02

      Danke Martin, nett von dir und liebe Grüße

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