Blog Gastbeiträge

Teil 1 – Nina und ihr persönliches Umdenken

23. August 2017

Hallo liebe Leser*innen von Aufbruch zum Umdenken,  

zunächst etwas kurz zu meiner Person. Ich bin 31 Jahre (ließ sich leider nicht vermeiden, obwohl ich doch eigentlich immer 18 bleiben wollte), Vegetarierin und arbeite als Lehrerin. Ich wohne mit meinem Mann und unserem kleinen Kater, der sich ständig in seinem Schlaf-Marathon übt, in einem kleinen Dorf im Bördekreis. Wir haben einen schönen großen Garten, in dem so einiges Erwünschtes und Unerwünschtes wächst, was man – je nach Geschmack – zu allerlei Leckerem oder eher nicht so Leckerem verarbeiten kann.

Ich wuchs auf dem Dorf auf und bin sicherlich von daher auch sehr naturverbunden. Von klein auf bin ich mit Garten, Wald und Tieren großgeworden.

Für meinen Weg bzw. Aufbruch zum Umdenken muss ich zeitlich etwas weiter ausholen.

Bereits während der Schulzeit interessierte ich mich für verschiedene Sachen, wie zum Beispiel unerklärliche Phänomene, Außerirdische, parapsychologische Geschehnisse, aber auch eher weltliche Themen, wie die antike Geschichte, vor allem die der Ägypter, Inkas und Mayas. So gar nicht dazu passend war zudem mein Interesse für Kräuter und einfach alles, was man als „Unkraut“ bezeichnet und welches doch eigentlich so viel wertvoller ist, als diese negativ behaftete Bezeichnung. Wie das halt so ist, war das ein oder andere Interessenthema mal mehr, mal weniger während der verstrichenen Zeit präsent.

Nebenher entwickelte sich dann bei mir ein bewussterer Blick für das Geschehen um mich herum. In einem Pädagogikseminar haben wir Studenten die Aufgabe bekommen, geschlechterspezifische Darstellungen in den Medien zu untersuchen. Dafür habe ich mir die wöchentlichen Prospektblätter, Fernsehwerbungen und auch vor Ort die Spielzeugangebote und vor allem auch deren Präsentation in den Einkaufsmärkten genauer angeschaut. Das hat mir die Augen geöffnet. Es ist wirklich unfassbar, wie Kinder im Kleinstalter schon auf verschiedene Dinge geprägt werden, sei es durch den Fernseher oder durch den (wöchentlichen) Einkauf mit den Eltern u.a. Natürlich kennt jeder das stereotypische Blau für Jungs und das Rosa für Mädchen, aber schaut man genauer hin, entdeckt man noch viel mehr. Nicht nur die farbliche Gestaltung, sogar die Schriftart für Jungs- und Mädchenspielzeug weist unterschiedliche Gestaltungen auf. Ich habe bisher noch keine Puppenverpackung gesehen, auf der ein kleiner lächelnder Junge abgebildet ist. Geschweige denn eine Monster-Truck-Verpackung, auf dem ein Mädchen abgebildet ist und mit dem Fahrzeug glücklich im Dreck spielt. In der Mädchenecke findet man leichte, helle (Pastell-) Töne mit geschwungenen Linien, Blümchen, Elfen, Einhörner und Co. In der Jungsecke findet man Action, Feuer und Flammen, Matsch und Dreck, Abenteuer und natürlich meist alles in Blau- und Grüntöne gehalten. Ich möchte hier nicht alle Angebote pauschalisieren, aber wenigstens einen Anreiz geben, sich selbst einmal ein Bild davon zu machen. Stelle dich doch einfach mal beim nächsten Einkauf vor das Spielzeugregal oder nimm dir ein Einkaufsprospekt zur Hand. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!!! Aber mal ehrlich, was soll der Sch…?! Vor allem hört doch diese Beeinflussung nach dem Kindesalter gar nicht auf. Nicht nur die Kinder, auch wir Erwachsenen werden bombardiert mit Werbung. Im Fernsehen laufen mittlerweile minutenlange Unterbrechungen; man braucht das Internet nur zu öffnen und schon schalten sich Werbeanzeigen; während der Fahrt durch die Stadt sieht man Plakate und digitale Werbetafeln; auf der Hautcreme oder dem Make-Up ist ein hübsche Frau mit makellosem Aussehen; selbst auf Wurstpackungen sieht man glücklich lachende Schweine – ja, die Schweine haben sicherlich freudestrahlend darauf gewartet endlich geschlachtet zu werden…. Es gibt schon wirklich makabere Sachen… Meiner Meinung nach geht es meistens doch nur darum, möglichst hohe Gewinne einzunehmen. Na ja, aber darüber könnte man ein ganzes Buch füllen.

Verschiedene Reportagen über die Lebensmittel-, vor allem aber über die Wurstherstellung haben mich zur Vegetarierin werden lassen. Ich war einfach nur noch angeekelt, was in die Nahrung gemischt wird. Natürliche Inhaltsstoffe nehmen dabei den geringen Teil ein. Man denkt, man kauft eine einfache Wurst oder eine Pizza oder einen abgepackten Kuchen oder was auch immer, liest man sich aber die Zutatenliste durch, findet man Inhaltsstoffe, deren Bezeichnung man noch nie gehört hat oder teilweise noch nicht einmal aussprechen kann. Von den Haltungsbedingungen der sogenannten Nutztiere mal abgesehen… Ich verurteile auf keinen Fall die Menschen, die Fleisch essen, ich verurteile eher die Menschen, denen es einfach nur um den Gewinn geht und die auf die Gesundheit ihrer Kunden scheißen (Ich entschuldige mich für die Ausdrucksweise, aber ich finde es hier mehr als passend!).

Ich freue mich aber auf der anderen Seite darüber, dass dies immer mehr Menschen bewusst wird und immer mehr darauf achten, was sie ihrem Körper durch die Nahrung oder durch Hygiene- sowie Pflegemittel zuführen. Der „Trend“ zu vegan, vegetarisch, silikon- und paraffinfrei hat doch in den letzten paar Jahren einen enormen Schub gemacht. Als ich gelesen hab, dass in der „ach-so-tollen-Markencreme“ oder der reichbeworbenen Kosmetik Erdöl, Silikon und was nicht alles an Chemie enthalten ist, war ich einfach nur baff. Ich denke, den meisten Leuten geht es, wie es mir vor dieser Erkenntnis ging. Man denkt nicht darüber nach, was man kauft. Man lässt sich von Bildern und Slogans beeinflussen. Man erwartet einfach nicht, dass man so hinters Licht geführt wird. Man vertraut zu schnell und hinterfragt zu wenig.

Tja, worauf ich dann doch eigentlich hinauswollte, war jogfhaopüpqnkbvhjhgdo! Alles klaro?! Ja Nee Quatsch, das alles hat mich einfach noch mehr dazu bewogen, kaum noch fernzusehen. Ich achte darauf, was ich kaufe und versuche regional und saisonal einzukaufen. Außerdem versuche ich eben mehr selbst herzustellen und zu zubereiten. Und du glaubst nicht, wie einfach das sein kann. Während meiner Studienzeit habe ich angefangen Marmeladen zu kochen. Ganz einfache wie Erdbeer- oder Kürbismarmelade. Nach und nach wurden die Kreationen etwas „bunter“ und variationsreicher. Durch einen lieben, ehemaligen Nachbarn habe ich während der Studienzeit Quitten kennengelernt und sie netterweise auch körbeweise geschenkt bekommen. Schnell mal Onkel Google gefragt und schon wusste ich, dass man daraus eine echt leckere Marmelade oder Gelee zaubern kann. Ich habe meinen Spaß daran gefunden, etwas selber herzustellen, etwas Leckeres und eben auch etwas, was man verschenken kann. Ich verschenke gern Selbstgemachtes, das ist einfach viel persönlicher – finde ich! Die Natur schenkt uns wirklich einen vollen Tisch, sei es Obst oder Kräuter. Hat man einen Garten wird man durch das eigene Zutun natürlich noch mehr beschenkt. 

Im zweiten Teil meines Gastbeitrages folgen Rezepte von Marmeladen bis hin zu Likören und Salben. Leen sagt, ihr könnt euch darauf freuen, denn sie findet die Sammlung super. 

Liebe Grüße, eure Nina!

 
  

 

   

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