Blog Gastbeiträge

Teil 2 – Ninas Rezepte

25. August 2017

Heute, im 2.Teil, möchte ich euch einen kurzen Einblick in meine persönlich erprobten Rezepte für unterschiedliche Köstlichkeiten geben. Das meiste hab ich alles Pi-mal-Daumen ausprobiert, warum soll man sich auch immer an irgendwelche Rezepte halten?! Man kann doch mal eine Zutat austauschen oder hinzufügen oder eben auch weglassen. Vielleicht findet der ein oder andere von euch eine Anregung und probiert mal etwas Neues aus.

Ein paar Anmerkungen vorne weg zu den Marmeladen und Gelees: Ich nutze immer Gelierzucker 1:3, das ist zum einen weniger süß und zum anderen bekommt man am Ende mehr heraus. Zum Gelierzucker gibt es mittlerweile jede Menge Alternativen. Es gibt ein Geliermittel aus Algenextrakt oder du nimmst ganz einfachen Raffinade-Zucker oder du arbeitet mit ganzen Äpfeln, samt Schale und Kernen, da diese jede Menge natürliches Pektin enthalten, was dann letztendlich die Masse gelieren lässt. Da sollte jeder selber recherchieren und das für sich Passende finden, es gibt noch viele weiter Möglichkeiten.

Meine Mengenangaben sind meistens in der 3-Liter-Schüssel-Angabe, da ich – wie gesagt – das meiste Pi-mal-Daumen zusammenstelle. Je nach Geschmacksintensität kannst du die Mengen variieren, solltest dich aber an die Gramm- bzw. Milliliterangabe des Geliermittels halten.

Die Säfte kaufe ich immer in Bio-Qualität, ebenso die erwähnten Zitronen.

Ich habe es gern natürlich und schlicht, sodass ich selten extravagante Zutaten nutze. Die Zutatenliste hält sich also meist in Grenzen und ist für meine Bedürfnisse ausreichend.

Marmeladen

Ananas-Zucchini

  • je zu gleichen Teilen. Schmeckt wirklich 1000X besser als man denkt. Der Wahnsinn. Ich mach mir immer den Spaß und lass die Leute raten, was die Zutaten sind. Bisher ist niemand auf Zucchini gekommen…

Erdbeer-Banane

  • 2/3 Erdbeeren und 1/3 Banane, da es sonst zu fest und zu bananig wird. Dieses Rezept entstand, als ich Samstagabend einkaufen war und die Faitrade-Bananen runtergesetzt waren. Da das aber so viele Bananen waren und ich auch jede Mengen Erdbeeren aus dem Garten zu verwerten hatte, kam die Idee. Und außerdem taten mir die vielen armen Bananen leid, die sonst in den Müll gelandet wären…


Kirsch-Banane

  • 2/3 Kirschen und 1/3 Bananen Das Rezept entstand, weil die vielen Kirschgläser vom MHD beinahe abgelaufen waren….

Rhabarber-Banane-Orange

  • alles zu je 1/3, wobei ich keinen Orangen, sondern Orangensaft genommen habe, da einfach die Flüssigkeit zum Aufkochen fehlte. Nur Wasser zum Kochen war mir zu öde…

Banane-Orange

  • Je nach Geschmack zu gleichen Teilen, wobei hier wieder Orangensaft genutzt wurde, bis hin zu 1/3 Banane und 2/3 O-Saft, wer es nicht so bananig mag.

Birnenmarmelade in Variation mit

  • Äpfeln und/oder Apfelsaft zu gleichen Teilen
  • mit Ingwer und /oder Nelken (für eine Packung Gelierzucker dann ca. 10-20 gr, wer es schärfer mag, der nimmt eben mehr)
  • mit Holunderbeeren (Da könnte ich mich reinsetzen!)

Kürbis-Pfirsich-Orange

  • Jeweils zu 1/3 und hier wieder O-Saft, da es durch den Kürbis sonst zu fest werden würde. Ich hatte in einem Jahr so viele Kürbisse (Hokkaido), dass daraus diese Variation entstanden ist. Pfirsiche nehme ich aus der Dose, sofern ich keine von den Nachbarn meiner Eltern bekomme.

Nektarine-Banane-Blutorange

  • 1/2 bestehend aus ca. 5 Nektarinen und 4 Bananen 
  • 1/2 Blutorangesaft
  • Das Rezept ist auch wieder entstanden, weil ich Samstagsabend einkaufen und das Obst heruntergesetzt war….

Löwenzahnblüten-Orangen (für 3 Packungen 1:3 Gelierzucker)

  • Zwei 3-Liter-Schüsseln voll mit Löwenzahnblütenköpfen, hierbei darfst du aber nur die gelben Blütenblätter verwenden und musst sie vom Grünen Blütenkopf entfernen
  • Dazu das Fruchtfleisch von ca. 7 Orangen oder wahlweise 1-2 Liter O-Saft, sodass du auf die benötigte Menge nach Packungsangabe des Gelierzuckers kommst.
  • Meine Lieblingsmarmelade, die am aufwendigsten ist! Da lohnt sich die Mühe wirklich, das schmeckt oberaffengeil!!! 

Gelees

Holunderblütengelee (für 3 Packungen 1:3 Gelierzucker)

  • Eine 3-4-Liter große Schüssel voll Holunderblüten
  • 2 Biozitronen in Scheiben
  • Alles mit ca 3500-3600 ml Wasser (je nach Angabe des Geliermittels) über Nacht stehen und ziehen lassen, durch ein Sieb seihen und mit dem Gelierzucker aufkochen
  • In Variation mit dem Mark von 1-2 Vanilleschoten

Rosenblütengelee

  • Hierfür nutzt man intensiv duftende Rosenblüten, egal, welche Sorte! Je intensiver der Geruch, desto intensiver der Geschmack!
  • Ca. 15 Blütenköpfe für 1200 ml Flüssigkeit bzw. für eine Packung 1:3-Gelierzucker
  • 1/2 bis eine ganze Bio-Zitrone in Scheiben
  • Die Blütenblätter vom Blütenkopf abzupfen, alle Zutaten über Nacht ziehen lassen oder kurz ca. 5-10 min aufkochen, durch ein Sieb seihen und mit dem Gelierzucker nochmal nach Packungsangabe aufkochen
  • In Variation mit ca. 5-10 Lavendelstengel einschließlich Blüten (gibt eine zusätzliche extravagante Note!) und dem Mark von 1 Vanillestange

Fichtentriebgelee

  • Dieses Gelee kann man ausschließlich im Frühjahr herstellen, wenn die Triebe noch jung, frisch und grün sind.
  • Eine 3-Liter Schüssel voll mit Trieben
  • Eine Bio-Zitrone in Scheiben
  • Alles zusammen kurz ca. 5-10 min aufkochen, durch ein Sieb seihen und nochmals mit dem Geliermittel nach Packungsangabe aufkochen. Den dabei entstehenden Schaum nehme ich mit einer Schaumkelle ab.
  • Glaub mir, auch wenn das ganze Haus/Wohnung nach Erkältungsbad duften wird, das Gelee wird nicht nach Badewasser schmecken! Bei diesem Gelee gehen die Meinungen in meiner Familie auseinander. Ich liebe es! Meine Schwester meinte, das schmeckt so, wie Schimmel riecht und mein Mann mag es auch nicht… Hm… :-/ Also probiere es doch selber aus, ist kein großer Aufwand!

Apfelgelee in verschiedenen Variationen

  • Ganz einfach aus Bio-Apfelsaft oder selbst entsafteten Äpfeln, sofern du viele Apfelbäume im Garten hast nach Packungsanleitung des Geliermittels aufkochen. Das geht ruckizucki und schmeckt sooooooo lecker!!!! Ist zumindest ein ganz schnell hergestelltes, selbstgemachtes, leckeres Geschenk
  • Variante 1: ca 1200 ml Apfelsaft mit 1 Teelöffel Lavendelblüten und 1 Bio-Zitrone
  • Variante 2: mit ca. 10-15 Blättern Zitronenmelisse oder ca. 10 Blättern Pfefferminze, wenn sie bei dir auch so im Garten wuchert wie bei mir.
  • Variante 3: Weihnachtsgelee!
  • Kombination aus Apfelsaft und einigen Apfelstückchen, Rosinen, etwas Zimt und/oder einer Vanillestange. Total lecker!!!
  • Variante 3: Apfel-Birnen-Gelee, je nach Belieben mit Stückchen
  • Als Zusatz zu allen Varianten kann ich auch Ingwer empfehlen, das harmoniert super mit Apfel

Holunderbeerengelee oder -marmelade

  • Je nachdem, ob man Lust hat, sich die kleinen fiesen Holunderbeerenkerne zwischen den Zähnen hervorzupuhlen oder nicht, kann man die Beeren pürieren und zu Marmelade verarbeiten oder sie aufkochen, abseihen und den entstanden Saft zu Gelee verarbeiten
  • In Variation mit Birne oder Zimt oder Apfel auch sehr lecker!

Johannisbeere

  • Mit Wasser ca. 5-10 min aufkochen, durch ein Sieb abseihen (auch wegen der fiesen kleinen Zahnlückenkerne…) und nach Packungsangabe des Geliermittels aufkochen
  • Auch lecker in Variation mit 1/2 Rosenblüten- und 1/2 Johannisbeersaft
  • Variante mit ca. 5-10 Stengel Lavendel

Liköre (natürlich nur zum Verschenken…… 😉 )

Meine Likörgrundzutaten sind Doppelkorn oder Klarer (die sind nicht so übermäßig hochprozentig!) und Vollrohrzucker oder brauner Rohrzucker oder Honig. Für Liköre eignen sich viele heimische Beerensorten (Erd-, Him-, Johannis-, Stachel-, Holunderbeeren uvw.). 


Die setze ich mit dem Zucker und dem Alkohol an und lasse sie für mindestens 4 Wochen stehen. Ab und an mal probieren, dann durch ein Kaffeefilter oder einen Zewa-Tuch filtrieren und nach Bedarf verdünnen oder noch nachsüßen. Außerdem kann man viele herrliche Kräuterliköre herstellen, dafür eignen sich z.B. Schafgarbe, Hopfen, Taubnessel, Pfefferminze, Kamille. Löwenzahn, Melisse und wieder viele weitere. Bei den Kräuterlikören füge ich den Zucker allerdings immer erst zum Schluss zu! Prost!!!



Butter (Ich kaufe meist die vegane Variante „Alsan“)


  • Blütenbutter mit folgenden möglichen essbaren Blüten vom Gänseblümchen, Duftveilchen, Rosen, Gundermann („Unkraut), Taubnessel, Sonnenblume, Schnittlauch, Löwenzahn uvm. – Du glaubst nicht, wie lecker und würzig die einzelnen Blüten bzw. Teile der „Unkräuter“ sein können. Hier kannst du natürlich auch mal ausprobieren, nur ein oder zwei Sorten zu verwenden… Reine Löwenzahnblüten-, reine Gänseblümchen- oder Schnittlauchblütenbutter mit etwas Salz schmeckt himmlisch!

  • „Unkraut-Butter“ mit Blättern vom Löwenzahn, Gänseblümchen, Gundermann (sparsam verwenden, da sehr würzig!), Portulak, Brennesseln (vorher mit dem Nudelholz eins überziehen, damit die Brennhaare nicht mehr beißen!), Schafgarbe, Minze, Nachtkerze, Königskerze, Habichtskraut, Giersch, wilde Rauke, Knoblauchsrauke uvw…. Auch hier empfehle ich, erstmal nur ein oder zwei Sorten zu verwenden, um den Geschmack zu entdecken.

  • Tomatenbutter mit ca. einer 1/3 bis 1/2 Tube Tomatenmark, Salz und Pfeffer
  • Knoblauchbutter je nach Geschmack mit 2-5 Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer
  • Currybutter mit ca 2-5 EL Curry je nach Geschmack, Salz und Pfeffer

Pestos und Pasten

Der eigentliche Unterschied zwischen Pestos und Pasten ist eigentlich nur, dass man beim Pesto meist Parmesankäse und Nüsse hinzufügt, bei den Pasten nicht unbedingt.


Die Grundzutaten für die Pasten oder Pestos sind bei mir entweder Oliven- oder Sonnenblumenöl, Parmesan, Pinienkerne oder Wal- oder Haselnüsse oder Mandeln sowie Salz und Pfeffer und das entsprechende Kraut. Alles mit dem Pürierstab pürieren, in ein Glas geben und mit dem Öl auffüllen, sodass alles bedeckt ist (wichtig für die Haltbarkeit!). Ich schreibe im Folgenden einfach immer nur Pesto. Du entscheidest dich ja selbst für die vegetarische oder vegane Variante!

  • Bärlauchpesto
  • Bärlauchblütenpesto (ist etwas milder als das Pesto aus den Blättern!)
  •  Schnittlauchblütenpesto
  • Gierschpesto
  • Schnittlauch-Maggikraut-Pesto (sehr intensiv und würzig!)
  • Mohrrübenkraut (Ja, das Grüne von den Möhren kann man auch essen. Schmeckt auch etwas möhrig!)
  • Radieschenkrautpesto (Auch das Grüne von den Radieschen brauchst du nicht wegschmeißen! Ergibt ein leicht scharfes Pesto)
  • „Unkräuterpesto“ – möglich mit Vogelmiere, Gundermann, Löwenzahn, wilde Rauke, Knoblauchsrauke, Gänseblümchen, Knopfkraut, Brunnenkresse und vielen weiteren Kräutern. Schau doch mal, was dein Garten alles hergibt und normalerweise dem Rasenmäher verfällt.

Hustensirup

Den Hustensirup mache ich immer nach folgender Herstellungsart. Ich schichte die Kräuter abwechselnd mit weißem Vollrohrohrzucker in ein großes Schraubglas, wobei die Zuckerschicht doppelt so dick sein sollte, wie die Kräuterschicht! Die erste und letzte Schicht muss auch aus Zucker bestehen. Für den Sirup kannst du Spitz- und Breitwegerich, junge Fichtentriebe, Salbeiblätter und Thymian nutzen. Ich mache immer eine Mischung aus genannten Kräutern bzw. je nachdem was ich davon im Garten habe oder finde. 


Das Glas sollte zum Atmen offen bleiben. Damit keine Tierchen reinkrabbeln, kannst du entweder ein Zewa-Tuch darüber mit einem Gummi befestigen oder du nimmst wie ich einen Probierfeinstrumpf aus dem Schuhladen… Das Glas sollte warm und hell stehen. Bereits nach einer Woche siehst du, wie der Zucker die Inhaltsstoffe aus den Kräutern zieht und sich Sirup bildet. 


Hat sich der Zucker aufgelöst, filterst du den Sirup und füllst ihn in eine dunkle Flasche.

Salben und Ölauszüge

Vor kurzem habe ich begonnen, mich zu selbstgemachten Salben einzulesen. Dabei habe ich ein für mich einfaches Grundrezept zusammengestellt. Für die Salbe benötigt man einen Ölauszug und etwas Bienenwachs. Für die Geschmeidigkeit kann man auch Lanolin hinzufügen oder Sheabutter nutzen. Wie bei allem kann man hier zahlreich bzgl. der Zutaten variieren.
Den Ölauszug macht man ganz einfach. Du suchst dir ein hochwertiges (hautpflegendes) Öl und das Kaut, aus dem du einen Auszug bzw. eine Salbe herstellen möchtest. Die Kräuterbestandteile solltest du ca. einen Tag trocknen lassen, da das Öl sonst schimmeln könnte. Das Öl bleibt dann mit den Kräutern zugedeckt für 4-8 Wochen (je nach Kraut) an einen warmen Ort stehen. Ab und an solltest du es schütteln, damit sich die Wirkstoffe besser lösen. Danach filtrierst du es und fügst unter geringer Wärmezufuhr das Bienenwachs hinzu, das Gemisch sollte auf keinen Fall kochen! In kleine Tiegel füllen, festwerden lassen und verschenken oder selbst nutzen!


Einzelne Salben, deren Anwendung und die Verwendung und Wirkungsweise der einzelnen Kräuter möchte ich hier nicht vorstellen, das würde einfach den Rahmen sprengen. Dies diente hier wieder einfach nur der Anregung, sich Mutter Natur zu Nutze zu machen und zwar auf ganz einfache Art und Weise. Als Beispiel habe ich eine Wundheilsalbe aus Gänseblümchen und eine Gischt-/Rheumasalbe aus Giersch hergestellt.


Ein Schlusswort an alle Leser und Nicht-Leser: Vielen Dank, dass du bis hierher gelesen oder bis hierher heruntergescrollt hast 😉 Ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Anregungen zu Selbstgemachten und weiteren selbstständigen Recherchen geben konnte.

Alles Liebe und Gute für dich!

Nina

 

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