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Überall motzende Mamas! Und ich so?

5. Januar 2017

Das Netz ist voll, meine Bloggerkolleginnen machen sich Luft. Es geht um motzende Mamas. Andrea von Runzelfüßchen hat mit ihrem Beitrag eine Welle der Gefühle ausgelöst.

Wie kommt es dazu, dass wir Mütter anfangen, unsere Kinder anzumotzen? Machen wir das, wenn wir ausgeglichen sind oder kommt es eher vor, wenn unsere Speicher leer und wir am Limit sind? Ich sehe die Antwort klar in der letzteren Aussage. Ich habe mir dazu vor ein paar Wochen sehr intensive Gedanke zu mütterlichen Bedürfnissen von bindungs-und beziehungsorientierten Mamas gemacht.

Motzen ist irgendwie präsent. Ich motze auch. Momentan ist es wieder stärker, weil ich meine Emotionen nach 23 Uhr nicht im Griff habe. Deshalb finde ich mich selbst recht fies. Ich weiß aber auch, wo es herkommt. Hier ist es so, dass ich meinen Mann anmotze. Wir haben momentan sehr unruhige Nächte in unserem Familienbett, so ist das eben manchmal. Da ich also auch, wie oben in der Verlinkung beschrieben, mein Grundbedürfnis nach Schlaf und Ruhe nicht richtig erfüllen kann, motze ich rum, besonders nachts.

Meine Lösungen:

Ich entschuldige mich morgens zuerst bei meinem Mann und gehe ins Gespräch. Das würde ich auch machen, wenn ich mein Kind anblaffen würde. Ich bin nicht perfekt, ich motze und grummele auch, wichtig ist mir aber, danach ins Gespräch zu gehen. Wir versuchen derzeit gemeinsam Lösungen zu finden und probieren nachts neue Wege aus. Gestern hat nicht mal das Stillen geholfen, dafür Papas starken Schultern und die Trage. Er hat sie 00:00 Uhr eingebunden und mit ihr das Haus gesaugt. Nach 5 Minuten hatte sie sich beruhig und schlief ein. Wir konnten sie heraus nehmen, in unsere Mitte legen und alles war gut. Es war eine Lösung für eine akute „Notsituation“, denn ich werde bei Geschrei innerlich ganz anderes. Das ist für mich wie Folter und ich halte es kaum aus. Das ist ziemlich blöd, aber nun mal die Wahrheit.

Wir wollen zukünftig kreativer mit solchen Problemen umgehen. Ein Kind muss nicht IMMER im Bett beruhigt werden, wenn sich die Situation dort nicht bessert, so sehe ich das jedenfalls. Wenn es eine richtige Mistnacht ist, wir uns anmotzen oder das Seidenraupenkätzchen anmotzen, finden wir doch lieber eine kreative Lösung für das Problem. Es ist ja nicht immer so, dass wir ausweichen müssen. Bei uns sind es Phasen. Es kommen andere Phasen, das hält meine Gefühle hoch und ich halte irgendwie besser durch. Tolle Nächte haben wir übrigens nie. Die Nächte sind unsere Familienbaustelle. Wir arbeiten aber daran und probieren Dinge aus und hoffen einfach, dass es irgendwann vorbei ist.

Um nochmal auf meinen verlinkten Artikel zurück zu kommen. Auch hier bin ich wieder dankbar, dass wir zwei Personen in Elternrolle sind. Ich denke oft an meine Freundin, die Jungs im Altersabstand von 15 Monaten bekommen hat und alles allein wuppt. Meinen größten Respekt.

Ich werde zukünftig wieder vermehrt schauen, dass ich auf meine Speicher achte. Versuche, mit kreativen Lösungen, meine Bedürfnisse nicht zu vergessen. So hab ich auch endlich meinen ersten Vorsatz für 2017 formuliert. Ich möchte versuchen, gut für mich zu sorgen, denn dann habe ich einen kleinen Puffer für solche kritischen Phasen und für motz-freudige Zeiten.

Eure Leen

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4 Comments

  • Reply Lara 5. Januar 2017 at 18:05

    Huh, ja als alleinerziehende würde ich wohl schon am Stock gehen. Manchmal gibt es einfach Phasen, die sind sehr kräftezehrend. Obwohl man „es besser weiß“, scheint in akuten Situationen, das Motzen die erste Reaktion. Ich glaube auch ein Grund ist, dass es nicht mehr (ich hoffe es kommt wieder) so akzeptiert ist sich helfen zu lassen und zu sagen, dass einem alles zu viel ist. Es wird uns Eltern ja überall suggeriert, man soll perfekt sein und alles ohne Probleme wuppen. Aus diesem Hamsterrad muss man sich auch erstmal befreien. Das ist nicht einfach, aber man kann ja mit kleinen Schritten anfangen. 🙂

    • Reply Leen 5. Januar 2017 at 22:11

      Lara, das hast du schön gesagt! So sehe ich das auch. Einen schönen Abend und liebe Grüße

  • Reply Heiner 5. Januar 2017 at 23:11

    Als Papa in Elternzeit bin ich auch derjenige, der nachts mit Trage und Baby herumläuft. Schlafen zu dritt im Familienbett. Allerdings klappt das hin und wieder erst nach 1,5 Stunden. Meine Frau braucht den Schlaf, weil sie arbeiten geht, wir haben uns die Elternzeit aufgeteilt. Ja, was soll ich sagen, es ist manchmal hart, gemotzt wird auch mal, aber genau wie schreibst, gehen wir danach immer ins Gespärch. Das ist wichtig und richtig. Denn, wie bei Patienten im Krankenhaus ist es auch bei Babys. Sie haben es sich nicht ausgesucht, können sich nicht verständigen und äußern ständig ihre Beürfnisse, nur welche?! Da kann Mann (und Frau) schon mal verzweifeln. Also, liebe Leen, das passiert auch bei uns Männern.
    So, dann stürze ich mich mal in die nächste Session! Bis bald mach weiter so!
    Liebe Grüße,
    Heiner

    • Reply Leen 8. Januar 2017 at 10:28

      Hey Heiner,
      danke für deine Rückmeldung. Dann sind wir ja nicht allein ;). Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

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