Blog

Verlust und Freundschaft – Meine Minikrise und Erkenntnis!

3. November 2016

Ja, heute ein sehr persönlicher Beitrag von mir. Ich hatte nämlich eine kleine Mini-Krise und möchte euch davon erzählen. 

Zwei sehr wichtige Menschen in meinem Leben treffen sich seit Kurzem. Mit beiden bespreche ich meine Probleme, Sorgen und Wünsche. Beide sind eine Insel für mich. Nun ist es aber so, dass sich die Inseln angefreundet haben. Grundsätzlich ist das ja auch wirklich schön und ich freue mich, wenn sich tolle Leute vernetzen, aber dieses Mal setzte es mir stark zu. 

Im ersten Moment habe ich der einen Freundin eine WhatsApp!!!!! geschrieben, mit wirrem Zeug als Inhalt. So Sachen wie: „Ihr vergesst mich aber jetzt nicht!?“

Was war da bitte los, Leen? 

Meine ersten Gedanken waren: Eifersucht? Wut? Angst? Verlustangst? Ausgrenzung?

Wenn solche Situationen kommen und ich so reagiere, hinterfrage ich es. So läuft das hier, weil ich in den letzten Jahren sehr intensiv an mir/ mit mir gearbeitet habe und mit meiner Gefühlswelt. Ich nehme mich da ernst!

Ich habe nun mehrere Möglichkeiten, um auf das Thema zu schauen: 

1. Verdrängung – ist blöd, ne!? 

2. Böse und wütend auf die anderen sein, die „Du spielst nicht mehr mit mir“ Strategie!? – Auch nicht meins! 

3. Spiegeln – Spiegeln ist immer mein Weg! 

Spiegeln – Was ist das eigentlich!? 

Ich habe ein Problem (die zwei Treffen sich und ich habe da irgendwas in mir, was sich nicht gut anfühlt). Nun wähle ich den Weg des Spiegelns, weil ich nicht wütend auf die anderen sein will und es auch nicht, für mich, ignorieren und wegschieben möchte. Wenn ich ein Problem mit einem anderen Menschen habe, dann habe ich immer ein Problem in meinem Inneren mit mir. So analysiere ich mir das jedenfalls immer. 

Meine Erkenntnis: 

Ich wollte erst das Problem bei den Mädels suchen, aber das ist nach den Jahren harter Arbeit einfach nicht mehr möglich – es ist mein Problem. Ich glaube es rührt aus der Schulzeit und ein paar anderen Situationen. Ich war eher der Sonderling als die coole Socke, obwohl ich manchmal auch eine Mischform aus beidem war. Grundsätzlich ist für mich im Leben oft ein Problem, nicht dazuzugehören. Ein Erlebnis war auf einer Klassenfahrt. Meine „Clique“ und ich machten uns auf der Busfahrt aus, dass wir alle auf ein Zimmer gehen. Als wir ankamen, ging ich noch schnell heimlich eine rauchen (ich hab früh geraucht – aber das ist ja nun Geschichte). Als ich dann hoch kam, mit fester Überzeugung auf mein Zimmer zu gehen, war kein Bett mehr für mich über. Ich war einfach über! Das war so ein beschissenes Gefühl. Ich war dann mit zwei anderen Mädels auf einem Zimmer, zu denen ich wenig Kotakt hatte. Es war dann auch ok, aber diese Situation über zu sein, obwohl wir es so geplant hatten, war richtig mistig für mich. Ich schreibe heute zum ersten Mal darüber, bin jetzt auch sehr froh, dass ich diese Problematik mal spüren darf und es heilen kann. 

Ich mag es harmonisch und in Liebe und Frieden und im großen Clan. In dieser Situation, übrig zu bleiben, wurde ich irgendwie getriggert und mutierte zum unsicheren und ausgegrenzten Teenie. Ich bin eine tolle Frau, Freundin und ein liebenswerter und sozialer Mensch und brauche mir über das Verlassenwerden gar keine Gedanken machen. Mit diesem Text komme ich heute an das Thema heran. Ich möchte hiermit aus diesen unsicheren Teenie- Schuhen herauswachsen. Jeder Mensch geht seine eigenen Wege, jeder hat das Recht auf alle Farben des Regenbogens. Wenn ich mich in der Wut, im Verlust, in der Angst verschließe, spüren das die Menschen in meiner Nähe. Ich habe diese Woche die Angst, Wut und Unsicherheit an mich rankommen lassen, gefühlt und eine Lösung für mich gefunden. Nur wenn ich offen und in der Liebe bleibe, bleibt die Offenheit und die Liebe bei mir. Das habe ich heute verstanden. Es war einfach meine unbegründete Angst „übrig“ zu bleiben, die mich zu solcher blöden Whatsapp Nachricht getrieben hat und die mir solche Gedanken machte. Ich brauche keine Angst davor zu haben. 

Heute bekam ich dann von meiner Freundin einen Blumenstrauß. Wenn die eine (ich) einmal verrückt spielt, ist die andere da. Das macht es doch aus oder?

Trefft euch, verabredet euch mit euren Freunden und neuen Menschen. Bleibt offen und in der Liebe und redet über Probleme! Ich kann jedem nur empfehlen, in Situationen der Wut, des Schmerzes, der Angst mal hinzufühlen, wo das alles eigentlich her kommt. Ich habe zwei Tage gefühlt, bis ich wusste was los ist und wo das herkommt. Stellt euch vor, ich hätte das nicht gemacht. Ich wäre die gnatzige und bockige Leen, die nicht mehr mit ihren Freundinnen redet. Das wäre doch absolut nicht mein Stil. Ich danke euch fürs Lesen und wünsche allen viel Spaß beim Gefühle fühlen.

Eure Leen 

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Christoph 6. November 2016 at 21:22

    Hallo Leen,

    vielen Dank für Deine Geschichte! Ich finde, es gehört viel Mut dazu, eine Situation, die einem so nahe geht, nochmal auf zu schreiben und dann auf dem Blog zu veröffentlichen.

    Du hast es so nachvollziehbar erklärt, wie Du zu Deiner Lösung, dem Spiegeln und offen Ansprechen, gekommen bist, und welche Hindernisse oder Irrungen Du dabei vielleicht nehmen musstest. Das war einfach schön zu lesen.

    Und ich freue mich, dass Du einen Weg gefunden hast, aus Deinen alten Schuhen heraus zu wachsen 😀

    Viele liebe Grüße (und noch einen schönen Sonntag Abend!)

    • Reply Leen 6. November 2016 at 21:27

      Ja, ich hatte tatsächlich auch einen wackeligen Finger, bevor ich „veröffentlichen“ klickte. Danke,lieber Christoph für deinen Kommentar. Es ist schön, dich und deine Frau virtuell an der Seite zu wissen. Ich wünsche euch auch einen schönen Abend. Wir lesen uns und ganz liebe Grüße Leen

    Leave a Reply